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Tom aus Deutschland möchte sich vorstellen (1 Leser)
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TOPIC: Tom aus Deutschland möchte sich vorstellen
#2967
SundT (Benutzer)
Fresh Boarder
Beiträge: 1
graphgraph
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2011/08/07 10:59 Karma: 0  
Hallo liebe Eidgenossen,

ich weiß nicht, ob ihr auch viel auf deutschen Foren unterwegs seid, deswegen möchte ich gerne meine Mazdaspeed Geschichte posten.

Mazdaspeed Geschichte

Liebe MX-5 Gemeinde, ich hoffe ich kann euch ein bisschen mit meiner Geschichte unterhalten, wie ich zu meinem Mazdaspeed gekommen bin.
Die Sucht hat eigentlich vor 21 Jahren an dem Tag angefangen, als ich das erste Bild von einem NA 1989 gesehen habe. Im stolzen Alter von 19 Jahren und mitten in der Ausbildung war natürlich nicht daran zu denken solch ein Wagen zu kaufen. Es dauerte dann noch bis 1995 bis ich mir einen blauen NA von 1993 gekauft habe. Amerikanisches Model 1,6 mit Klimaanlage und Tempomat. Diesen bin ich dann bis 170.000 km gefahren, um ihn dann 1996 wegen eines grünen NA 1,8 Bj. zu verkaufen. Zwei Jahre später dann mein erster NB, ebenfalls grün. Schon damals bemerkte ich dass ich mit dem Wagen sehr zufrieden bin, allerdings immer wieder die mangelnde Motorleistung und das fehlende Drehmoment den Spaß ein wenig mindern. Dann endlich ein Lichtblick, 1999 kam das 10th Anniversary Model. 140 PS, Sportfahrwerk, Torsen-Sperr-Differential und 6-Ganggetriebe. Prima, endlich schienen meine Gebete erhört zu werden. 2004 war es dann endlich soweit. Im Internet einen Wagen gefunden der einen kleinen Unfallschaden hatte, neue Motorhaube, neue Stoßstange und fertig war das Spaßgerät. Etwa ein halbes Jahr später ein herber Rückschlag, Gesundheitlich bedingter mehrmonatiger Krankenhausaufenthalt mit langer Genesungsdauer. Meine Anni wurde verkauft, da ich weder ein noch aussteigen konnte. Ich hoffe die heutige Besitzerin hat noch immer ihren Spaß damit. Dann 2007 im Internet unterwegs gewesen und plötzlich den Begriff Mazdaspeed (Hauseigener Tuner von Mazda, ähnlich wie AMG, M-GmbH, Quadro–GmbH, Irmscher, Techart) gelesen. Mein Interesse war wieder entfacht, die Technischen Daten versprachen nichts spektakuläres, aber zumindest wurde der Motor mit einem Turbo ausgestattet und hatte die entsprechende Kur bekommen, damit er mit dieser neuen Leistung auch Standfest ist. Um noch einige andere Modifikationen aufzuzählen. Der Drehzahlbegrenzer kommt 500 U/min eher, geringere Verdichtung von 9:1, andere Kolben und Lager, Doppelkühler, Ladeluftkühler, geänderte Auspuffanlage, gehärtete Getriebezahnräder, stärke Druckplatte und Kupplung, Bilstein Fahrwerk mit ca. 4 cm Tieferlegung, andere Stabilisatoren, Domstrebe, 17 Zoll Alufelgen von Hardrace, Torsen-Sperr-Differential. Außerdem wurde auch ein wenig für die Optik getan. Stoffverdeck statt Vinyl, nette Lederausstattung mit roten Nähten, Bose Audiosystem mit Cd-Wechsler, Alu Pedale, Chrom Einstiegsleisten und natürlich die tolle Farbe Titanium Grau Metallic. Das kleine Problem an dem Wagen, es wurden nur 5000 gebaut, ca. die Hälfte davon ging nach Japan (Rechtslenker) und die andere wurde nur in USA und Kanada verkauft. Warum nur 5000? Danach ist tatsächlich die Fabrik abgebrannt und wurde auch nicht wieder aufgebaut. Nichts für Europa! Null! Somit auch keine EU-Übereinstimmungserklärung. Im Klartext heißt das eine Menge Lauferei und viel Spaß beim TÜV. Erst einmal war ich entmutigt, allerdings hat mich der Gedanke nicht mehr losgelassen. Viele Stunden im Netz zeigten mir das ein Turboumbau auch selbst möglich wäre, allerdings alles nur aus dem Zubehör und am Ende dann doch nicht Original und mit einigen Tücken behaftet wenn man nicht wirklich das ganze Programm mir größeren Einspritzdüsen, veränderte CPU usw. durchführt.
Im Juni 2009 dann endlich doch noch das richtige Objekt per Internet in Tennesse/USA gefunden. Baujahr 2005, nur 50.000 km gelaufen und dann auch noch die GT Ausstattung (in der Konfiguration nur ca. 350 Wagen Weltweit) Ab ins Flugzeug (hatte auch noch beruflich in USA zu tun), einen Mietwagen geschnappt in 7 Stunden nach Savannah/Tennesse gefahren. Mit leuchtenden Augen dann endlich das erste Original gesehen. Super freundlicher Amerikanischer Autohändler (nicht die Art die ich schon so oft in Deutschland angetroffen habe) der natürlich sofort eine Probefahrt angeboten hat. Tempolimit in USA 65 Meilen. Scheiß drauf, Augen zu und hoffen das nirgends ein Cop mit seiner Laserpistole steht. Die Beschleunigung endlich das was ich mir unter einem Roadster dieser Größe vorgestellt habe. Aber noch viel Geiler ist die Geräuschkulisse. Jeder der schon mal einen Turbomotor (ich spreche hier nicht über Golf TDI) gefahren ist, wird sich an das turbinenartige Geräusch des Turboladers erinnern und an das Knallen wenn bei jedem Schaltvorgang das Überdruckventil aufmacht. Ich konnte kaum noch mit dem Verkäufer verhandeln, ich wollte diese Kiste haben! Nach langen, zähen Verhandlungen (ich saß schon im Mietwagen und wollte wieder wegfahren) endlich die Einigung. Allerdings nur bei sofortiger Barzahlung. Mein Vorteil, der Wagen hatte genau die gleiche Beschädigung wie meine Anni, ich brauchte eine neue Stoßstange, ein paar Kleinteile und dank der vielen kleinen Kratzer (warum gehen die Leute so mit einem Auto um?) rund um das Auto eine komplette neue Lackierung.

Ich also zwei Tage lang zu jeder Bank im Ort. Nachdem ich meine zwei Kreditkarten, die beiden meiner Frau und noch zwei EC-Karten ausgequetscht hatte, endlich genügend Bargeld um den Wagen zu bezahlen. Ende vom Lied, in Deutschland wurden meine Kreditkarten vorsorglich von VISA gesperrt, da man einen Diebstahl und Missbrauch im Ausland vermutete. Dies konnte allerdings schnell telefonisch geklärt werden. Danke VISA (…….die Freiheit nehme ich mir…… schöner Werbeslogan). Zurück im Hotel dann die Suche nach einem Transportunternehmen, welches den Wagen per LKW von Tennesse nach New York zum Hafen bring. Von dort mit dem Schiff nach Rotterdam. Danach mit dem LKW in die Südheide. Kein leichtes unterfangen wie ihr euch vorstellen könnt. Es kam wie es kommen musste, ich war schon lange zurück in Deutschland und der Wagen stand noch immer beim Händler in USA, danach beim Transportunternehmen, danach am Hafen, dann in Rotterdam beim Zoll usw. Im November konnte ich ihn dann endlich in Empfang nehmen. An den Winter kann sich jeder wahrscheinlich noch gut erinnern, das Projekt wurde also sprichwörtlich auf Eis gelegt. Da ich schon nicht mehr daran geglaubt habe, dass der Schnee jemals wieder verschwindet, wurde im April erst die Einkaufsliste gemacht.

- Zwei neue Front Scheinwerfer original Mazda
- Zwei neue LED Rückleuchten aus dem Zubehör, da die amerikanischen keine Nebelschlussleuchte haben.
- Vier neue Reifen (Slicks sind ja leider in Deutschland nicht erlaubt)
- Neue Batterie (ist wohl auf dem langen Transportweg gestorben!?)
- Neuer Tankdeckel (der andere wurde wohl beim Transport geklaut)
- Eine Inspektion
- Eine neue Frontschürze aus dem Zubehör (das Original ist echt hässlich)
- Änderung der Elektrik, da USA Fahrzeuge keine Nebelschlussleuchte haben, kein Standlicht in den Front Scheinwerfern, Positionslampen die nicht in Deutschland erlaubt sind.
- Eine komplette Lackierung des Wagens in Originalfarbe
- Ein mal Spureinstellen
- Änderung der Ansaugseite mit Sportluftfilter, Turbodruckanzeige, Boost Begrenzungsventil, tausch einiger anfälliger Silikonschläuche am Turbolader durch Edelstahlrohre (siehe Bilder), damit der Wagen endlich richtig einatmen kann.
- Diverse Kleinteile
- Der Vollständigkeit halber noch angemerkt 29% Zoll und Mehrwertsteuer auf den Kaufpreis + Transportkosten
- Abgasgutachten
- Vollabnahme mit zusätzlichen Eintragungen


Wie das Leben so spielt, der Lackierer hat keine Zeit, ich bin viel unterwegs …….blablabla.
Im Juli dann endlich der Termin beim TÜV (100km von meinem Wohnort entfernt, da nur wenige solcher Prüfstände in Deutschland vorhanden). Klingt nicht weiter schlimm, aber da es dieses Fahrzeug nie offiziell in Deutschland gegeben hat musste ich jetzt eine Abgasmessung für den Motor haben, damit das Fahrzeug entsprechend auch nach Euro Norm eingestuft werden kann. Das kleine Problem dabei, schafft er nicht die Euro3 Norm, gibt es auch keine Zulassung in Deutschland. Nach 400 km Autobahnfahrt um den Motor und Kat nach fast 1,5 Jahren Stillstandszeit wieder sauber zu bekommen (Empfehlung vom TÜV) dann endlich die Messung. Wagen zum TÜV für zwei Tage, 1200 Euro für das Gutachten bezahlt, viele blöde Sprüche über den Sinn solcher Fahrzeuge angehört, Wagen und Gutachten endlich in den Händen. Für die Vollabnahme die ich ebenfalls benötige war leider keine Zeit (ich hatte eher das Gefühl keine Lust) mehr und somit bitte wieder vorstellig werden. Langsam drängte die Zeit, ich wollte doch unbedingt am 21.-22. August zum MX-5 Treffen in der Mitte 2010. Dank eurer Hilfe aus dem Forum habe ich zwischendurch schon Michael kennen gelernt. Er ist außer mir wahrscheinlich der einzige andere Besitzer eines Mazdaspeeds in Deutschland. Falls das nicht so ist, würde ich mich über jede Zuschrift freuen. Er hat mir dann noch Kopien seines Fahrzeugbriefes geschickt, somit war es für den Sachverständigen etwas leichter mir zu glauben, dass der Wagen nicht selbst gebaut ist.

Sein großer Vorteil ist, dass erden Wagen schon mit Zulassung gekauft hat. Ein Mazda Autohaus hat sich 2005 nämlich mal die Mühe gemacht einen Wagen zu importieren. Also, Anhänger geliehen und den Wagen wieder zum TÜV, jetzt nur noch 40 km zu fahren. Und was für eine Überraschung, der Sachverständige das genaue Gegenteil von seinen Kollegen. Hört zu, lässt erklären und ist aufgeschlossen. Am nächsten Tag kann ich den Wagen abholen, leider nicht bestanden, alles Spezielle ist ok, alle Sondereintragungen bekommen, nur ein Radlager hat leider viel zu viel Spiel. Meine eigene Doofheit, habe ich bei der Probefahrt gehört, aber leider am falschen Rad gesucht.
Lager bestellt, eingebaut und TÜV bestanden.

Wie sieht es eigentlich inder Schweiz aus wenn man solch einen Wagen zulassen möchte? Wird ein deutscher Fahrzeugbrief dort akzeptiert und in einen schweizer umgeschrieben?

Gruß Tom



Technische Daten:

Leistung: 179 PS bei 6000 U/min (+ 28 % zur Anni)
Drehmoment: 220 Nm bei 4000 U/min (+30 % zur Anni)
Hubraum: 1840 ccm
Ladedruck: 0,7 – 0,8 bar
Höchstgeschwindigkeit: 215 km/h (+11 km/h zur Anni)
Beschleunigung 0 – 100 km/h: 6,4 s (- 2,4 s zur Anni)
Leergewicht: 1115 kg
Reifendimension: 205/40 R17
Differenzial Übersetzung: 4.1 (3.6 zur Anni)
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SundT 2011/08/07 10:59
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